Finances News

Japan – Trends haben längeren Bestand

Japan – Trends haben längeren Bestand

Unter den wichtigsten Volkswirtschaften der Welt stellt Japan eine Besonderheit dar. Im traditionsbewussten Japan haben Trends oft länger Bestand. Entgegen der sehr volatilen Entwicklung an den verschiedenen Vermögensmärkten ist beispielsweise Japan über Jahre unterdurchschnittlich gewachsen. Japan leidet an einer alternden Bevölkerung. In der Folge hat es eine problematische demographische Entwicklung und damit seit Jahrzehnten nahezu null Inflation. Dennoch bleibt aber Japan - gemessen am durchschnittlichen Einkommen - eines der reichsten Länder. Auch gemessen am BIP bleibt Japan hinter den USA und China die mit Abstand drittgrösste Volkswirtschaft der Welt.

Hinsichtlich der langfristigen Wachstumsmöglichkeiten der Wirtschaft herrscht der Grundkonsens vor, dass Japan Inflation generieren muss. Dies würde seine Bürger und Unternehmen dazu veranlassen, mehr zu investieren und somit Wachstum zu generieren. Da das Land seit langer Zeit eine relativ starke Währung hat - erst in den letzten Jahren hat sich der JPY leicht abgeschwächt - waren die japanischen Exporte rückläufig. Japanische Güter und Dienstleistungen waren im Vergleich zu den nahe gelegenen asiatischen Konkurrenten teuer. Die Investitionen der japanischen Unternehmen in ihre eigene Wirtschaft bleiben gering und die Menschen fühlen sich aufgrund immer wieder auftretenden Deflationsperioden wohl, wenn sie ihre hohen Ersparnisse in Bankkonten halten.

Die enttäuschenden Wirtschaftstrends waren bis Ende 2012 in Kraft, dann startete Premierminister Shinzō Abe eine kühne Agendaum die Wirtschaft zu beleben. Zu diesem Zeitpunkt hat die Zentralbank eine massive Lockerung der Geldpolitik eingeleitet. Sie reicht vom Aufkaufen von Anleihen in gigantischem Ausmass bis hin zur Einführung von negativen Zinsen im Januar 2016. Die Folge waren höhere Inflationserwartungen, ein deutlich schwächerer JPY und steigende Aktienmärkte. Seit 2015 sind die Effekte jedoch zurückgegangen und die Wirtschaftsdynamik ist markant verflacht.

Interessant für Anleger sind derzeit die Bilanzen der japanischen Unternehmen. Nach jahrelanger Deflation horten diese riesige unproduktive Geldmengen. Mittlerweile sind die Ersparnisse der Firmen Japans bereits fast auf die Hälfte des Bruttoinlandprodukts angewachsen. Der lange starke JPY hat dazu geführt, dass die Unternehmen die nötigen Hausaufgaben gemacht haben und heute einiges profitabler wirtschaften als noch vor einigen Jahren. Dazu kommt, dass sich japanische Firmen vermehrt aktionärsfreundlich  - zum Beispiel bei der Dividendenpolitik - verhalten. Auch an anderer Stelle verändert sich die Struktur der japanischen Wirtschaft.

Folgen Sie uns

Bleiben Sie up to date

Sie interessieren sich für den Smart Ladies’ Investment Club und möchten den SLIC Newsletter erhalten? Dann abonnieren Sie die SLIC INFOS, die vier mal im Jahr versandt werden.