Finances "Weekly Specials"

Steuer Small-Talk

ANETTE JOSWIG: Steuer Small-Talk

Sie wollen bestimmt hier lieber lesen, wie es an der Börse nach den neuesten Rückschlägen weitergehen wird. Aber das wissen wird doch alle nicht und darum werde ich auch keine Münze werfen. Klar ist dafür alles beim Thema Steuern 2017

Vor zwei Wochen rief mich eine Kundin aus dem Kanton St.Gallen an und informierte mich hocherfreut, dass sie soeben die definitive Einschätzung 2017 (!) erhalten habe. Ja, da war ich auch mehr als erstaunt. Denn ausgefüllt und elektronisch abgeschickt hatte ich sie erst am 30.1.2018. Eine Steuererklärung mit Einkommen, Wertschriften und STOWE. Seit Jahren finde ich den Kanton St. Gallen in Bezug auf Steuererklärungen - Handhabung und Übersichtlichkeit sowieso einfach top.

Meine eigene im Kanton Luzern habe ich übrigens auch schon am 19.2. abgeschickt - sämtliche Wertschriften übrigens einzeln aufgeführt. Das mach ich noch gern und ich freue mich ungemein, wenn ich zu den Aktien komme, die eine steuerfreie Dividende ausbezahlt haben.

Wie sieht es bei Ihnen aus? Geben Sie automatisch Verlängerung ein und schieben alles vor sich her? Oder schieben Sie alles dem Treuhänder hin, nachdem Sie für ihn sowieso schon alle Daten gesammelt haben? 

Kürzlich sprach ich mit einer alleinstehenden Bekannten, Jahrgang 1963, eher tiefes Einkommen, wenig Vermögen, Anteil an einer Erben-STOWE über das Thema und ich fiel aus allen Wolken, als ich erfuhr, dass sie CHF 500 für das Ausfüllen ihrer Steuererklärung ausgibt.  Ob meine dringende Empfehlung "E-Tax downloaden, alles gemäss 2016er Vorlage ausfüllen und fertig" gefruchtet hat, weiss ich noch nicht. 

Meistens vergessen wir, dass der Treuhänder nur das einsetzen kann, was er von uns als Informationen erhält. Warum  können viele von uns diese Informationen nicht selber in die modernen E-Tax-Systeme einbringen? Vor allem, wenn eine Vorlage besteht. Es ist einfacher, als ein Handy zu bedienen. Und wenn etwas grob falsch ist, kommt die Steuerbehörde und fragt nach - zu Ihren Gunsten oder zu Ihren Lasten. 

Ich wurde schon zweimal aufgefordert, Einkommen nachzuweisen. Peinlich, wenn man doch alles angegeben hat. Bis ich begriff, dass die Steuerbehörde die steuerfreien Auszahlungen meiner Aktien nicht berücksichtigt hatte, welche ich ja nicht deklarieren muss:. Aber so habe ich auch schnell verstanden, dass regelmässig die Plausibilität der Zahlen überprüft wird: Einkommen - Vermögenszuwachs - Mindestlebenskosten usw. ..das muss irgendwie aufgehen, sonst wird uns einfach der Fehlbetrag aufgerechnet: Sie erhalten eine Verfügung und verpflichten sich, diese so zu akzeptieren oder Sie fangen an zu streiten.

Anfang März werde ich mit meiner Tochter und Ihrem Freund deren jeweilige Steuererklärungen  2017 ausfüllen - so wie erstmals letztes Jahr. Vielleicht sind sie dann für "Steuern 2018" schon allein dazu bereit. Ohne Verlängerung und Auslagerung. 

Auch Ihnen viel Erfolg und einfach nur Mut!

lic. oec. Anette Joswig

Autor(in): lic. oec. Anette Joswig

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