Finances News

Interview mit einem der erfolgreichsten Investoren der Wallstreet

ANETTE JOSWIG: Interview mit einem der «erfolgreichsten Investoren» der Wallstreet

Ab und zu ist ein Rückblick interessant. Wir wissen ja nicht, was uns morgen erwartet, aber müssen uns positionieren.

Das Börsenjahr 2018 ist schwierig und launisch. Wer erst nach 2008 an der Börse  aktiv geworden ist, hat dieses Jahr fast Neuland betreten und erlebt dauernd Frustmomente. Ein mehr oder weniger steter Aufwärtstrend nach der Finanzkrise im 2008 liess uns gern vergessen, dass die Börse zeitweilig auch schmerzen kann.

Ich habe ein Interview vom 23.12.2015 mit Howard Marks in der Finanz und Wirtschaft ausgegraben und einige Schlüsselaussagen festgehalten:

«Die Risiken sind heute erheblich» - was passierte? Im 2016 schloss der Weltaktienindex knapp positiv und 2017 durften wir durchschnittlich 16.5% in CHF kassieren. Wer nach dem Interview wegen der «erheblichen Risiken» verkauft und auf einen Einbruch gewartet hat, hat vieles verpasst.

«Eine Nullzinspolitik hat es noch nie gegeben und wir wissen nicht, was passiert, wenn die Zinsen wieder steigen». Also schämen Sie sich nicht, wenn Sie es auch nicht wissen.

«Wir haben keine Ahnung, wohin die Reise geht. Umso besser müssen wir verstehen, wo wir uns gegenwärtig befinden». Für Marks war die Gegenwart (2015/2016) ein internationales Umfeld mit Aussicht auf wenig Wachstum. Eher das Gegenteil traf bis heute ein.

«Wir haben uns deshalb in der Mitte positioniert mit Betonung auf Vorsicht, z.B im Immobilienbereich. Vorzugsweise zweit-und drittklassige Gebäude in Städten zweiter und dritter Wahl. Das erfordert viel Spezialwissen und lokales Know-how» ohlala, ich bin keine Immobilienexpertin, aber das tönt trotz Spezialwissen nach hohem Risiko und nicht nach einer vorsichtigen Mitte!!

Sie sehen, auch die Meister irren. Zwei seiner Aussagen sind allerdings von grosser Bedeutung und machen m.E. den feinen Unterschied zwischen Erfolg und Misserfolg an der Börse:

1) Eigenschaften eines ausgezeichneten Vermögensverwalters sind Konsistenz und nicht allzu viel Aufgeregtheit
2) Investoren brauchen ein gesundes Selbstvertrauen

Die Börse, das sind nicht wir kleinen Privatanlegerinnen und –spekulantinnen sondern die Milliardenbeträge der Versicherungen und Pensionskassen, die am Schluss uns allen wieder gehören. Auch dort kennt niemand die genaue Reiseroute. 

Ich habe das Urvertrauen, dass es auch weiterhin irgendwann wieder «opsi» geht.

Autor(in): lic. oec. Anette Joswig

Folgen Sie uns