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Riccardo Tisci und Burberry

DR. SCILLA HUANG SUN: Riccardo Tisci und Burberry

Die langersehnte Modeshow des berühmten und gleichzeitig neuen Designers Riccardo Tisci von Burberry fand gestern in London statt. Wie schon oft fiel die Kritik der Show gemischt aus, aber durchaus positiv, was den kommerziellen Aspekt der Kollektion betrifft. Unter den Models war die sehr berühmte Kendall Jenner der Kardashian Familie dabei. Der neue Designer hat den Schriftzug der Marke modernisiert und zudem mitgeteilt, dass die Firma zukünftig keine Tierpelze mehr verwenden wird. Das kommt bei den umweltbewussten Millennials gut an. Die kotierte Aktie Burberry hat in diesem Jahr knapp 20% zugelegt. Das ist vergleichbar mit anderen Luxusfirmen, die aber umsatzmässig stärker wachsen.

Christopher Bailey, der Vorgänger von Tisci, kam 2001 zu Burberry und war in den letzten Jahren auch noch CEO der Firma. Während vielen Jahren hat er die Marke entscheidend mitgeprägt, expandiert und digitalisiert. Burberry war unter den Luxusmarken führend bei der Einführung des E-commerce. Irgendwann stagnierte allerdings der Umsatz, und die Firma holte einen neuen CEO und engagierte Riccardo Tisci von Givenchy, um der Marke neue Impulse zu geben. Die Aktie Burberry ist zurzeit mit einem KGV von knapp 25mal für das nächste Jahr bewertet, teurer als LVMH oder Kering. Die Erwartungen an den neuen Designer und Burberry sind also hoch. Das fulminante Comeback der Marke Gucci unter Alessandro Michele wird wohl als Messlatte genommen.

Modemarken leben von der Innovationskraft und Kreativität der Designer. Für den finanziellen Erfolg einer Firma, und damit der Börsenkurs steigt, muss aber vieles mehr stimmen. Sowohl die gesamte Wertschöpfungskette vom Design bis zur Distribution als auch die finanzielle Seite müssen sorgfältig gemanagt werden.

Autor(in): Dr. Scilla Huang Sun

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