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Eine Fristerstreckung einreichen

ANETTE JOSWIG: Eine Fristerstreckung einreichen...

... für die eigene private Steuererklärung verlängert doch nur das Leiden. Haben Sie das auch schon festgestellt?
Und warum schieben wir so oft unsere Pflicht doch hinaus bis zum letzten Tag?
Vielleicht meinen Sie, es sei cool und professionell. Professionell ist es nur, weil Ihr Steuerberater – falls Sie doch einen benötigen – tatsächlich nicht alle Steuererklärungen gleichzeitig ausfüllen kann und darum einfach mal Verlängerung eingibt. Aber er ist trotzdem täglich und sofort dran und schiebt nichts auf, nur sind Sie vielleicht am Ende des Alphabets.
Je nach Kanton können Sie jetzt schon die neuen 2018er Steuerklärungen downloaden. Und Sie können die wichtigsten Daten aus dem Vorjahr importieren. Viele Programme bieten sogar für die Wertschriftenverzeichnisse die Jahresendkurse, die Dividendenzahlungen und berechnen die Verrechnungssteuer. Falls Sie unterjährig Titel gehandelt haben, können Sie auch da mit Datum die Eingaben machen und das Programm weiss, ob Sie beispielsweise die Dividenden erhalten haben oder nicht.
Persönlich verlange ich nie einen Steuerausweis der Bank. Selbst wenn er gratis ist, gebe ich gern alles selber an. Das bringt mich näher zu meinem Aktienportefeuille. Nur die Bankbelege jeweils sammeln oder ausdrucken kann ein wenig mühsam sein. Aber da gibt es doch Schlimmeres.
Aufwändig können auch die Abzüge für effektive Liegenschaftskosten oder auch Spenden werden, bei den Krankheitskosten hilft meistens der Beleg der Krankenkasse – den Zahnarzt muss man halt selber zusammenrechnen. In diesen Fällen sollte man vorher überschlagsmässig schätzen, ob man tatsächlich in den Genuss eines Abzugs kommt und sich die Aufstellung überhaupt lohnt. Sie wissen doch, wenn Sie viel verdienen, gibt es zuerst einmal einen Selbstbehalt von meistens 5% bei Krankheitskosten und Spenden. Legen Sie einen Ordner «Steuerbelege» an. Das hilft.
Es ist sehr interessant, die unterschiedlichen Steuercharaktere zu beobachten. Seit vielen Jahren betreue ich beispielsweise zwei Damen: Bei der einen Dame haben wir jetzt schon die definitive Einschätzung 2018 – ja, unglaublich!!! Die andere Dame wird erst irgendwann im Dezember zu mir kommen, obwohl sie eine absolut perfekte Ordnung in ihren Steuersachen hat. Aber sie schiebt es immer wieder hinaus – leidet sehr aber kann einfach nicht. Ebenfalls unglaublich.
Ich habe meine eigene Steuererklärung auch schon eingereicht und bin voll erleichtert. Vielleicht habe ich Sie motivieren können, mit Freude und Elan Ihr Leiden auch zu verkürzen?

Autor(in): lic. oec. Anette Joswig

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