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 Ich glaube eher, …dass man notfalls Aktienkaufprogramme starten würde

ANETTE JOSWIG: Ich glaube eher, …dass man notfalls Aktienkaufprogramme starten würde

Das schrieb ich letztes Jahr im Dezember, währenddem die Aktienbörsen uns durchschüttelten.
Und es sieht immer mehr danach aus, dass die Finanzmärkte die Notenbanker und die Politiker weiterhin fest unter Kontrolle haben. 

Eine Rezession ? Darf nicht sein. 
Eine gesunde Börsenbaisse? Unmöglich, das ist politisch unkorrekt.

Stimmen werden immer lauter, dass Geld einfach so verteilt werden sollte, um alle bei Laune zu halten. Im Grunde genommen wird Geld schon jetzt verteilt und verschenkt. Aber bei den falschen Leuten: Aktienanlegern fliesst das Geld nur so zu dank Kapitalgewinne, Firmen können sich gratis finanzieren, dem Multimillionär wird gegeben, was er schon hat und von dem er nicht mehr weiss, wohin damit. Eine mit Scotch angeklebte Banane wird für 120'000 USD ersteigert (siehe Maurizio Cattelan, Miami’s Art Basel..).
Damit wächst aber keine Wirtschaft. Die wächst nur, wenn einfache Haushalte am Ende des Monats nicht nur ihre Rechnungen haben zahlen, sondern sich auch noch etwas leisten können.
Inflation haben wir zur Genüge, nämlich bei den Sachwerten…Ein wenig erinnert es mich an die neunziger Jahre. Wir erlebten innert 10 Jahren eine Verfünfachung des SMI und danach innert 4 Jahren fast eine Halbierung. Würde sich das wiederholen, müsste sich der SMI jetzt erst nochmals verdoppeln.
Ist das möglich? Damals hiess es irrationaler Überschwang. 

JP Morgan kommt zum Schluss, dass bei ehrlicher Berechnung 40% der US Unternehmensanleihen Junk sind. Ist das nicht unglaublich? Spinne ich das ein wenig weiter, so bin ich vielleicht bereit, für meine Aktien zu zahlen. Denn wohin mit meinem Geld? Für gute Obligationen in der Schweiz muss der Anleger schon zahlen. Negativzinsen…und demnächst Negativ-Dividenden?
Der irrationale Überschwang war damals unglaublich, die Negativzinsen sind unglaublich – warum nicht die nächste Stufe «Negativ-Dividenden»? Unglaublich :-)
Mit diesen Gedanken möchte ich das Jahr 2019 schliessen und wünsche Ihnen wunderschöne Festtage und ein unglaublich tolles 2020 mit unglaublichen Begegnungen, unglaublichen Erfahrungen und vielleicht sogar unglaublichen Börsen.

Autor(in): lic. oec. Anette Joswig

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