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«Kinder sollten nur noch das lernen was sie besser können als Computer»

Bildung muss dazu lernen

Nein, das ist kein Zitat eines überengagierten Waldorflehrers, sondern kommt, man glaubt es kaum, von Jack Ma, Gründer und CEO des chinesischen Internetgiganten Alibaba. Er mahnte auf dem diesjährigen Welt-wirtschaftsforum in Davos: «Wenn wir die Art, wie wir unterrichten, nicht verändern, dann werden wir in 30 Jahren grosse Probleme haben.» Ändern tut sich, trotz ständiger Reformen, bisher nicht viel. Noch immer rechnen die meisten Bildungsinstitutionen mit der Formel: Viel Wissen = viel Erfolg. Dabei müsste der Überflieger «Digitalisierung» uns doch so langsam eines Besseren belehren.

Hausaufgabe 1: Verbessere den Zugang zu Bildung
Information and Communication Technology (ICT) wird durch IT- und Telekommunikationsunternehmen in die hinterste Bänke gebracht. Durch Mobiltelefone und Breitbandzugänge werden Klassenzimmer mobil und vernetzt. In Kolumbien werde durch das nationale Alphabetisierungsprogramm Handys mit Lernprogramme für erwachsene AnalphabetInnen zur Verfügung gestellt. Der Chipdesigner ARM, heute im Besitz von Soft Bank in Japan, entwickelt sogenannte «Talking Books» – günstige Computer, die speziell für AnalphabetInnen konzipiert sind. Die schnelleren Lernerfolge wurden bereits von der UNICEF bestätigt.

Hausaufgabe 2: Erhöhe die Qualität der Bildung
Die digitalen Technologien ermöglichen ausgefeilte und personalisierte Lernverfahren. So kreiert IBM z.B. für Bildungsfachleute lernende Programme, die mit spielerischen Elementen motivieren und Inhalte in Echtzeit den Lernfortschritten anpassen. Das Technologieunternehmen zSpace entwickelt 3D-Anwendungen, die virtuelle «Brücken» vom Schulzimmer zur zukünftigen Arbeitsstelle ermöglichen.
Bildung ist uns lieb und teuer. Die UNESCO schätzt, dass weltweit jährlich rund 30 Mia. USD benötigt werden, um bestehende Bildungslücken zu schliessen. Hier bieten sich auch Möglichkeiten für private AnlegerInnen. Im Jahr 2015 flossen allein in den USA 3 Mia. USD in Bildungsfirmen. Ein Beispiel dafür ist EdCast in Kalifornien, die «intelligente» Lernplattformen für Privatleute und Unternehmen anbietet.

Hausaufgabe Nr. 3: Definiere neue Bildungsinhalte
Zurück zu Jack Ma. Sollen wir unsere Kinder weiterhin wie Maschinen mit dem Wissen der letzten 200 Jahre füttern? Macht das angesichts von Algorithmen, die schon jetzt unsere Arbeitswelt verändern, Sinn? Oder sollten sie, wie Jack Ma anregt, alles lernen, was sie von Maschinen unterscheidet?
Werte, Überzeugung, Kunst, Musik, unabhängiges Denken, Teamwork und Empathie.

Globalance Footprint®
Der Zugang zu Bildung ist Grundvoraussetzung für eine zukunftsfähige Entwicklung von Gesellschaften.
Ziel Nr. 4 der Sustainable Development Goals (SDG) der UNO lautet denn auch: Für alle Menschen offene, chancengerechte und hochwertige Bildung sowie Möglichkeiten zum lebenslangen Lernen sicherstellen. Bildung stattet die Lernenden aller Altersgruppen mit den notwendigen Fähigkeiten und Werten aus, um verantwortliche WeltbürgerInnen zu sein.

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