Finances "Weekly Specials"

Die Kosmetikbranche profitiert von der Selfie-Generation

DR. SCILLA HUANG SUN: Die Kosmetikbranche profitiert von der „Selfie-Generation“

Letzte Woche hat die grösste Kosmetikfirma L’Oréal die Verkaufszahlen für das erste Quartal publiziert. Weltweit stieg der währungsbereinigte Umsatz um 6.8%. Das ist besser als die Erwartungen der Finanzanalysten, die im Vorfeld ihre Schätzungen bereits erhöht hatten.

Zwei Trends sind klar erkennbar. Zunächst fällt auf, dass die hochpreisigen Marken im Konzern L’Oréal wie Lancôme, Giorgio Armani und Yves Saint Laurent ihr doppelstelliges Wachstum fortgesetzt haben. So wuchs die sogenannte Luxusdivision in den ersten drei Monaten um 14%, während die Marken des breiten Publikums wie L’Oréal Paris, Maybelline und Garnier nur um knapp 3% zulegten. Zweitens hat die robuste globale Wirtschaftslage zu einer Erholung der Konsumausgaben in den Schwellenländern  geführt.  Diese neuen Absatzmärkte nahmen um knapp 15% zu, während Westeuropa stagnierte und Nordamerika lediglich 2.5% wuchs. Unter den Schwellenländern stach Asien hervor, das dank solidem Wirtschaftswachstum in China über 20% expandierte. Dass die Chinesen zuhause, aber auch auf Reisen, in bester Kaufstimmung sind, bestätigte schon LVMH vor wenigen Tagen. Der Besitzer der Marke Louis Vuitton hat im ersten Quartal weit mehr Luxusprodukte verkauft als erwartet.

Die Kosmetikbranche ist zurzeit wohl der dynamischste unter den „defensiven“ Konsumsektoren, denn die anderen Bereiche wie Nahrungsmittel oder Getränke können von den Wachstumszahlen der Kosmetikbranche nur träumen. Einen grossen Beitrag haben die Millennials, die, auch Selfie-Generation genannt, sehr wohl bereit sind, viel Geld für ein gutes Aussehen auszugeben. Gleichzeitig zeigt die starke Nachfrage der hochpreisigen Kosmetikmarken, dass diese als erschwinglichen Luxus auf grosse Beliebtheit stossen.

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