Finances "Weekly Specials"

Wie viele Konten dürfen es denn bei Ihnen sein?

ANETTE JOSWIG: Wie viele Konten dürfen es denn bei Ihnen sein?

Regelmässig sehe ich Wertschriftendepots mit mindestens vier Konten. Da haben wir das USD Konto, ein EUR Konto sowie CHF Konten mit verschiedenen Zielen. Für Anlegerinnen, die oft in Fremdwährungen handeln, ist das auch nötig. Ob es mehrere CHF Konten braucht ist eine Frage der Mentalität. Für alles ein anderes Kässeli, damit man den Überblick behält? Ferienkonto, Mietkonto, Lohnkonto, Enkelkonto,… Warum nicht. Wenn Sie keine Kontogebühren zahlen müssen, ist es ebenfalls noch verständlich. Persönlich halte ich lieber alles im gleichen Körblein.

Kürzlich sah ich im Rahmen einer Steuererklärung, die ich für eine junge Dame seit einigen Jahren ausfülle, für mich haarsträubende Aktionen anlässlich eines Bankwechsels (weg von der bösen Grossbank und hin zur lieben Kantonalbank ). Erarbeitet wurde zeitgleich und per Jahresende eine neue Anlagestrategie von einem «befreundeten» Finanzberater. Anstatt den Kontensalat ein wenig zu straffen, wurde spiegelbildlich alles wieder eröffnet. Bei einem Barvermögen von rund CHF 400'000 (dass noch eine Festhypothek über CHF 250'000 besteht ist unsinnig, aber geschah auf Rat der Grossbank) wurde auf das EUR Konto 7'000 Euro überwiesen. Der Betrag wurde dann auf zwei Fonds aufgeteilt. Die Fonds sind ziemlich speziell und haben einen Ausgabeaufschlag von 5%, einen Rücknahmeabschlag von 0.3%, einen Umwandlungsaufschlag von 1% sowie jährliche Gebühren von ca. 1.3%. Bei diesen hohen Gebühren gehe ich davon aus, dass die beiden Kleinstpositionen erst mal liegengelassen werden. Darum verstehe ich die Existenz des Miniatur-Fremdwährungskontos mit monatlichen Kontoführungsgebühren nicht. Ein Kauf ab CHF Konto ist alleweil möglich (von denen es übrigens auch drei gibt).

Beim USD Konto wurde ähnlich mit einem noch unwichtigeren Betrag von tatsächlich nur USD 1'900 gehandelt. Hier wurde ein Tracker mit Laufzeit bis 2022 gewählt. Die 29 Seiten der Broschüre hat bestimmt niemand gelesen. Dafür sind die 0.3% p.a. Gebühren erfreulich bescheiden. Auch hier gibt es Kontoführungsgebühren für einige hundert USD, welche da nun «herumliegen».
Es läppert sich zusammen, wie man so schön sagt.

Das Zertifikat wird 2022 fällig und dann bräuchte man das USD Konto, falls man wiederum in USD investieren will…aber eben erst in knapp vier Jahren.

Fühlt man sich professioneller, wenn man eine ganze Palette von Konten besitzt?

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